Veröffentlicht am

27 September 2026

Festival-Woche? Was soll das sein? – Ein Praktikant erlebt sipgate im Ausnahmezustand

Als ich zum ersten Mal von der „Festival-Woche" bei sipgate hörte, hatte ich keine Ahnung, was mich erwartet.

Moritz

0 Min. Lesezeit
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Bühnen, Bands, Bierbänke? Ich musste bei mehreren Kolleg:innen nachfragen, bis ich verstanden habe: Beim sipgate AI-Festival geht es nicht ums Feiern. Eine ganze Woche lang dreht sich im Unternehmen alles um ein Thema, diesmal um Agentic AI und sipgate OS. Ich bin Praktikant und BWL-Student, und das war mein erstes Festival. Heute ist der letzte Tag, und gefeiert wird am Ende dann doch. Dazu später mehr.

Plötzlich voll

Der erste Effekt war einer, den ich nicht erwartet hatte: Das Büro war voll. Bisher kannte ich sipgate nur hybrid, ein Teil im Homeoffice, ein Teil vor Ort. In der Festival-Woche war plötzlich nicht nur der Raum meines Teams belebt, sondern das ganze Gebäude. Viele Kolleg:innen haben sich sichtlich gefreut, sich wiederzusehen. Wer nicht im selben Team arbeitet, begegnet sich sonst seltener, weil immer jemand im Homeoffice ist und die Anwesenheitszeiten stark voneinander abweichen. Dadurch, dass in dieser einen Woche fast alle im Büro sind, kommt es vermehrt zu spontanen Begegnungen und Austausch auch außerhalb des eigenen Teams, was sonst seltener vorkommt, wenn man vor allem über Online-Meetings und Slack kommuniziert.

Vom Auftakt zu sipgate OS

Den Auftakt am Montagmorgen machte Tim Mois, einer der beiden Gründer und Geschäftsführer von sipgate. Dabei ging es vor allem um den aktuellen Stand von sipgate, weniger um konkrete Zahlen. Die kamen dafür in anderen Präsentationen der Woche, und es wurde dort sehr offen damit umgegangen. Insgesamt wirkte es auf mich transparent: Man weiß, wohin die Reise geht, und es wird gewürdigt, was das ganze Unternehmen bisher geschafft hat.

Mein Aha-Moment kam im Workshop zu sipgate OS. Dort habe ich zum ersten Mal richtig verstanden, dass es sich um ein firmeninternes ChatGPT bzw. Claude handelt. Im Workshop ging es vor allem darum, wie man es besser nutzt und auf verschiedene Aufgaben ausrichtet. Der Hintergrund dazu wurde mir erst im Laufe des Praktikums klar: sipgate OS läuft auf eigenen bzw. Open-Source-Modellen und auf eigener Hardware, nicht auf der Hardware großer amerikanischer Tech-Unternehmen.

Warum sich der Aufwand lohnt, leuchtet mir inzwischen ein: sipgate verkauft Cloud-Telefonanlagen und AI Agents an Kund:innen. Die müssen DSGVO-konform sein und dem EU AI Act entsprechen, und das lässt sich am besten sicherstellen, wenn man alles selbst kontrolliert. Mit einer eigenen KI hat man Dinge selbst in der Hand und macht sich unabhängiger von externen Anbietern. Das bringt hohe Investitionskosten mit sich und birgt ein Risiko, aber genau dafür hat sich sipgate entschieden.

Marketing im Kreis

Die meiste Zeit habe ich im Team Selma verbracht, das ein Teil des Marketings ist. Unser Auftrag für die Festival-Woche: Wie können wir die Produktion von Ads mit KI-Tools automatisieren? Jeden Tag trafen wir uns zu einem festen Meeting im Büro, haben Aufgaben verteilt und Ergebnisse besprochen. Erst Recherche, dann Ausprobieren, bis wir einiges davon in einem Workflow zusammengeführt haben, der als Grundlage für eine Teilautomatisierung dienen kann.

Besonders gefallen hat mir, wie wir gearbeitet haben. Niemand hat von oben vorgegeben, was zu tun ist, und niemand hat Druck gemacht. Statt dass jede:r allein am Schreibtisch sitzt, haben sich alle Marketing-Teams in einem Halbkreis vor großen Boards zusammengesetzt und ein gemeinsames Problem angepackt. Und ich durfte als Praktikant nicht nur zuhören, sondern mitdiskutieren und eine eigene Aufgabe im Prozess übernehmen.

Das Finale

Vergangener Freitag war der letzte Tag der Woche, und alle Teams, die möchten, präsentierten, was sie im Rahmen des Festivals gemacht haben. Freiwillig zu präsentieren, statt dass es angeordnet wird, passt für mich gut zu der lockeren Art, wie hier gearbeitet wird. Wir haben gezeigt, wie wir bei der Automatisierungen von Ads vorgegangen sind und was mit unserer bisherigen Lösung/Automatisierung möglich ist. Es war auch interessant zu sehen, was die anderen Teams für Probleme, Ideen und Lösungen präsentiert haben. Leider hat das Ganze an einigen Stellen mein technisches Wissen überschritten, war aber trotzdem sehr eindrucksvoll.

Was ich mitnehme

Mein Blick auf KI hat sich nicht grundlegend verändert, den Umgang kenne ich schon aus dem Studium. Es ist sehr interessant zu sehen, dass KI beim Arbeiten wirklich viel verwendet wird und man dafür nicht verurteilt, sondern eher ermutigt wird, wie ich es gehofft hatte. Im Schulkontext wird KI ja häufiger verteufelt, seltener auch im Studium. Dort herrscht aber noch eine Einordnungs- und Findungsphase gegenüber KI, und man weiß oft nicht so genau, wo man steht und ob die Nutzung von KI gewollt oder erlaubt ist.

Auch die Frage, wer meine Daten bekommt und von wem ich mich abhängig mache, ist für mich nicht neu. Bisher habe ich sie aber immer nur aus der Sicht einer einzelnen Nutzerin bzw. eines einzelnen Nutzers betrachtet. Aus Unternehmenssicht, und dann noch in einem Business Case wie bei sipgate, wo man diese Verantwortung auch gegenüber Kund:innen trägt, war sie für mich neu.

Für Studium und Karriere nehme ich mit: Man sollte die Augen vor Veränderungen und vermeintlichen Gefahren nicht verschließen, sondern versuchen, Lösungen und Chancen zu finden. sipgate macht das vor: eine ganze Woche Agentic AI für alle und die mutige Entscheidung, eine eigene KI zu bauen.

Mein Tipp für alle, die zum ersten Mal dabei sind: Schau überall rein, nimm alles mit, stell Fragen und bleib offen für Neues.

Und Freitag Nachmittag wurde dann doch noch gefeiert. Nach einer Woche voller Workshops, Boards und Automatisierungsversuche haben wir uns das verdient.

Dieser Blogartikel ist Teil einer Reihe von Artikeln, die im Kontext unseres AI-Festivals entstanden sind. Das sipgate AI-Festival findet seit 2026 viermal im Jahr statt, einmal pro Quartal, und dauert jeweils eine komplette Woche. Neben Workshops, Vorträgen und Diskussionsrunden mit externen Gästen gibt es dedizierte Zeiten für Teams und Fachbereiche sowie einen gemeinsamen strategischen Ausblick auf kommende Unternehmungen. Das Festival richtet sich noch ausschließlich an alle Mitarbeitenden bei sipgate. Weitere Artikel zum Festival findest du hier im Blog.

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