sipgate und easybell
Ein direkter Vergleich – die wichtigsten Unterschiede in den einzelnen Kategorien, kurz und kompakt aufgeführt.

Kanäle & Skalierbarkeit
Kapazitäten und Wachstumsmöglichkeiten
sipgate staffelt sein Trunking-Angebot in mehrere Paketgrößen, die sich bei wachsendem oder schrumpfendem Bedarf direkt im Kundenkonto anpassen lassen, ohne dass ein Techniker vorbeikommen muss.
Ausgehend sind mehrere parallele Gespräche gleichzeitig möglich, die genaue Kapazität richtet sich nach dem gebuchten Paket.
Der Wechsel zwischen den Paketgrößen läuft ohne Unterbrechung des laufenden Betriebs, eine Hochstufung ist jederzeit möglich, eine Rückstufung ebenso.
easybell staffelt wie sipgate in feste Paketgrößen und bietet zusätzlich Volumenpakete für deutlich größere Kanalmengen an, für Unternehmen mit entsprechend hohem Gesprächsaufkommen.
Anlagen-Kompabilität
Anschluss an bestehende Systeme
sipgate trunking funktioniert mit einer der längsten öffentlich dokumentierten Kompatibilitätslisten im Markt, von 3CX und Asterisk über Auerswald, Cisco, Mitel und Panasonic bis STARFACE und AGFEO. Wer eine bestehende Telefonanlage weiterbetreiben will, findet hier mit hoher Wahrscheinlichkeit sein System wieder.
Für Anlagen, die nicht explizit gelistet sind, genügt in der Regel die grundsätzliche SIP‑Fähigkeit. Viele weitere Systeme laufen in der Praxis trotzdem problemlos, auch wenn sipgate dafür keine offizielle Zertifizierung ausspricht.
easybell listet öffentlich über 40 zertifizierte Telefonanlagen, darunter 3CX, AVM und Snom.
Voraussetzung ist Unterstützung für den G.711-Codec.
Rufnummern & Portierung
Wie die Rufnummernmitnahme funktioniert
Rufnummern lassen sich bei sipgate kostenlos portieren, einzeln oder als ganzer Block, inklusive Ortsnetz- und Sonderrufnummern. Der Portierungsprozess läuft über das Kundenkonto. Sipgate übernimmt dabei die Kommunikation mit dem bisherigen Anbieter komplett, die Kundschaft muss selbst nicht aktiv kündigen. Auch international lassen sich Rufnummern hinzubuchen.
Wer mehrere Standorte betreibt, kann Ortsnetzrufnummern unterschiedlicher Städte unter einem Vertrag bündeln.
Auf der allgemeinen Portierungsseite nennt easybell konkrete Fristen: Der unterschriebene Portierungsauftrag muss spätestens 30 Tage vor Ablauf der Kündigungsfrist beim bisherigen Anbieter eingehen. Wie lange die Bereitstellung danach dauert, hängt vom alten Anbieter ab. easybell selbst nennt dafür eine Spanne von sechs bis 30 Wochen, abhängig von dessen Bearbeitungspraxis. Ganze Rufnummernblöcke lassen sich nur in den Business-Tarifen portieren, neue Blöcke kosten je nach Größe einmalig einen zusätzlichen Betrag, die Portierung selbst ist kostenfrei.
Preismodell & Abrechnung
Preislogik kontra Festpreis
sipgate rechnet nutzungsbasiert ab statt über starre Flatrates, eine Einrichtungsgebühr fällt nicht an. Wer mehr oder weniger Kanäle braucht, bucht direkt im Kundenkonto um, ohne Vertragsneuverhandlung.
Wer nur zeitweise viele Gespräche gleichzeitig führt, zahlt auf diese Weise tendenziell weniger als bei einem Modell, das ungenutzte Kapazität dauerhaft vorhält und pauschal in Rechnung stellt.
easybell rechnet die kleineren Pakete über einen monatlichen Grundpreis plus Minutenpreise ab. Größere Kanalmengen laufen über Volumenpakete mit Mindestumsatz.
Optionale Flatrate-Pakete mit inkludierten Minuten sind zubuchbar.
Vertragskonditionen
Laufzeit und Kündigung
sipgate trunking läuft monatlich und lässt sich von beiden Seiten mit einer Frist von einem Werktag zum Monatsende kündigen. Wer unverbindlich testen will, kann das 30 Tage lang kostenlos tun.
Diese kurze Bindung ist im Vergleichsfeld eher die Ausnahme als die Regel, mehrere Wettbewerber verlangen deutlich längere Laufzeiten oder machen dazu öffentlich gar keine Angabe.
Anders als NFON verlangt easybell keine Mindestvertragslaufzeit, gekündigt werden kann mit kurzer Frist zum Monatsende.
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Einrichtung & Support
Einrichtung und Erreichbarkeit
Die Einrichtung läuft komplett online im Kundenkonto und ist laut Anbieter in wenigen Minuten erledigt, ganz ohne IT‑Abteilung.
Der Support ist deutschsprachig und ergänzt die umfangreiche Selbsthilfe-Dokumentation im Hilfecenter, die für die gängigen Telefonanlagen jeweils eigene Schritt-für-Schritt-Anleitungen bereithält.
Die Business-Hotline ist werktags von 8 bis 20 Uhr und samstags bis 18 Uhr erreichbar, ein optionaler 24/7-Premium-Support ist gegen Aufpreis zubuchbar.
Sprachqualität & Infrastruktur
Worauf die Verbindung läuft
sipgate betreibt die Trunking-Infrastruktur im eigenen Netz und veröffentlicht eigene Kennzahlen zu Serververfügbarkeit und Verbindungsdurchsatz, statt sich allein auf allgemeine Zusicherungen zu verlassen.
Diese Werte gelten im Jahresmittel über alle angeschlossenen Kunden hinweg und sind damit grundsätzlich nachprüfbar, nicht nur behauptet.
easybell gehört zur belgischen Dstny-Gruppe. Konkrete Kennzahlen zu Netzinfrastruktur oder Verfügbarkeit veröffentlicht easybell für den deutschen SIP-Trunk nicht gesondert.
Sicherheit
Schutz vor Missbrauch und Angriffen
Der Trunk lässt sich gegen Missbrauch absichern. sipgate behält sich vor, einzelne Zielrufnummern, Zielländer oder -gruppen im Interesse der Kundschaft zu sperren.
Für Nutzung mit sehr hohem automatisiertem Ausgangsvolumen, etwa durch Power-Dialer-Software im Call-Center-Einsatz, gilt der Standardvertrag ausdrücklich nicht. Das grenzt den vorgesehenen Einsatzbereich bewusst auf reguläre Geschäftstelefonie ein und erfordert im Zweifel eine gesonderte Vereinbarung.
easybell unterstützt die Verschlüsselung von Sprachdaten über SRTP und dokumentiert das in einer eigenen Hilfeseite mit Konfigurationshinweisen für gängige Endgeräte und Anlagen.
Auf Konzernebene wirbt die Mutter Dstny für einzelne Landesgesellschaften mit einer Zertifizierung nach ISO 9001, ISO/IEC 27001 und ISO 27701. easybell selbst führt auf der eigenen Produktseite keine ISO-Zertifizierung auf.
In den allgemeinen Datenschutzhinweisen verweist easybell stattdessen auf technische und organisatorische Maßnahmen nach Artikel 32 DSGVO und Paragraf 165 TKG, darunter Zugriffskontrollen, Verschlüsselung und regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen.
Not- & Sonderfunktionen
Was im Notfall passiert
Notrufe über 110 und 112 werden anhand der im Kundenkonto hinterlegten Adresse an die zuständige Rettungsleitstelle weitergeleitet.
Die Adresse muss entsprechend aktuell gehalten werden, insbesondere bei einem Standortwechsel. Das gilt unabhängig vom gebuchten Paket, eine Sonderregelung für höhere Kanalzahlen gibt es nicht.
Notrufe funktionieren über die hinterlegte Adresse, vorausgesetzt werden eine funktionierende Internetverbindung und Unterstützung des G.711-A-Codecs.
Wer von einem anderen Standort anruft, muss Namen und Aufenthaltsort der Leitstelle aktiv mitteilen. Ein stiller Notruf ist in diesem Fall nicht vorgesehen.
Datenschutz & Hosting
Rechenzentren und DSGVO
sipgate betreibt seine Infrastruktur ausschließlich in Deutschland. Firmenstandort, Server und Rechenzentren befinden sich allesamt hierzulande, was die Einhaltung der DSGVO strukturell absichert.
Benutzerkonten lassen sich per Zwei-Faktor-Authentifizierung absichern, sensible Gesprächsdaten verlassen zu keinem Zeitpunkt den deutschen Rechtsraum.
Als gemeldetes Telekommunikationsunternehmen unterliegt sipgate den Pflichten des deutschen TKG, darunter Meldepflicht und Sicherheitskonzept gegenüber der Bundesnetzagentur.
easybell ist Teil der europaweit agierenden Dstny-Gruppe und betreibt Server in Deutschland.
Auch Dstny positioniert sich bewusst als europäischer Anbieter mit hohen Datenschutzstandards. Der operative Betrieb und die Daten bleiben in Deutschland, die DSGVO gilt uneingeschränkt.