Demo-Time – Wie man bei 10+ Teams auf dem Laufenden bleibt

Corinna
24.10.2016 3 1:58 min

Wir sind über zehn Teams, die alle mehr oder weniger unabhängig voneinander arbeiten. Jedes Team organisiert sich selbst. Zusammen stellen wir unseren Kunden jeden Tag über 20 Änderungen an unserer Software zur Verfügung. Da kann man als Einzelperson leicht den Überblick verlieren.

Darum hat sich das von Scrum vorgesehene „Review-Meeting“ bei uns im Laufe der Zeit zu einem Synchronisations-Meeting entwickelt. Bei dieser „Demo“ bringen wir uns gegenseitig wieder auf einen gemeinsamen Wissensstand.

Stefan präsentiert bei der Demo

Jeden zweiten Donnerstag treffen wir uns dazu um 15 Uhr. Aus jedem Team präsentiert eine oder einer, was die Kunden jetzt mehr können als bei der letzten Demo. Erfolge werden beklatscht. Wer es wagt, nur eine Ankündigung oder noch nicht Ausgeliefertes vorzustellen, kann sich auf verhaltene Buhrufe gefasst machen. In der Demo wollen wir nur Sachen sehen, die unsere Kunden schon nutzen können. Etwas was „fast-fertig“ ist bringt unseren Kunden keinen Mehrwert und ist nicht erwähnenswert.

Logistisch funktioniert das Ganze dank „Google Slides“ völlig problemlos. Der Start ist einfach: Wer auch immer am Morgen des Demo-Donnerstags als erstes den Wunsch verspürt, mit den Folien loszulegen, dupliziert die Folien vom letzten Mal und gibt sie allen anderen frei. Ab dann ist „massively parallel slide editing“ angesagt, mit teilweise 20 Bearbeitern gleichzeitig. Punkt 15 Uhr treffen wir uns und gehen die Folien durch. Die entsprechenden Teammitglieder kommen kurz nach vorne und präsentieren ihren Abschnitt, bestenfalls führen sie neue Features direkt live vor. Normalerweise dauert das weniger als 30 Minuten. In der Zeit haben dann zehn bis fünfzehn Personen die Ergebnisse ihrer Teams präsentiert.

Hier mal ein kleiner Auszug aus den Ergebnissen der letzten Woche:

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Dank der Demo sind wir trotz der über viele Teams verteilten Entwicklung immer über alle Produktverbesserungen auf dem Laufenden.

PS: Die Demo ist einer der Hacks aus unserem neuen Buch „24 Work Hacks“ :)

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9 Kommentare


Johannes:

Hey,

tolle Sache! Werde ich mir demnächst wohl etwas näher anschauen.

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Ralf:

Grausig, mal was von Ergonomie und Benutzerfreundlichkeit gehört ???
Da hat wohl jemand einen Schildbürgerstreich in Ziel gebracht.
Idee=gut. Durchführung und Ergebnis = „unter aller Sau“

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worc:

Hier mal etwas Feedback von einem auf das neue Design zwangsumgestellten sipgate-basic Nutzer. Als solcher kann ich nur das Ergebnis des Webseiten-Layouts beurteilen. Welche Aufgaben, Schwierigkeiten und Randbedingungen bei der Entwicklung der Webseiten zu beachten sind, kann und will ich nicht beurteilen. Für mich als Nutzer ist einzig das Ergebnis von Bedeutung. Nach der ersten Überraschung musste ich erst mal auf die Suche nach den altbekannten Informationen gehen, die auf der alten Webseite auf den ersten Blick oder nach einem weiteren Klick zu sehen waren. Gleich oben links im neuen Design war ein Feld, das versprach, diese Informationen zu liefern:

„… alles auf den ersten Blick. Das neue Design gibt Ihnen praktische Übersichten über alle Ausgaben und ermöglicht Einstellungen mit nur einem Mausklick. Probieren Sie es aus! “

Ein erwartungsfroher Klick auf den -Button brachte: NICHTS!

Konkret benötigte ich die IP-Adressen der registrierten Endgeräte. Weder bei den rechts anzuklickenden Möglichkeiten, insbesondere bei dem Button , noch bei dem Button in der oberen Menüzeile war die gesuchte Information zu finden, so wie ich es vom alten Design gewohnt war. Auch andere Informationen, die das alte Design hergab, waren nicht mehr aufzufinden. Stattdessen nahm eine übergroße Liste der Telefonate überflüssigerweise den meisten Platz der Webseite ein.

GROßE ENTTÄUSCHUNG!

Vielleicht ist die Seite ja noch nicht fertig und der funktionslose -Button ist dafür gedacht, genau die fehlenden Informationen zu liefern. Dann sollte man aber doch bitte darauf verzichten, bereits in der unfertigen Entwicklungsphase auf die neue Seite umzustellen. Das geht ja gar nicht!. Falls jedoch vorgesehen sein sollte, dass bestimmte Informationen tatsächlich nicht mehr angezeigt werden, „weil sie ja sowieso selten benötigt werden“, sollte dies dringend noch einmal überdacht werden. Auch selten benötigte Informationen können trotzdem wichtig sein. Wenn Bedenken wegen Überhäufung der Webseite bestehen, wäre ein Button zur Weiterleitung auf zunächst nicht gezeigte Detailinformationen der sinnvolle Ansatz.

Was momentan mit dem neuen Design geboten wird, ist für mich als Nutzer ein Riesenschritt in die falsche Richtung. Ich kann nicht mehr alles finden, was bisher da war, und das, was zu finden ist, ist weniger übersichtlich dargestellt als zuvor. Die Darstellung einer Webseite sollte vorrangig von der Brauchbarkeit für den Nutzer und nicht von der Umsetzbarkeit durch den Entwickler bestimmt werden, auch wenn es vielleicht schwerfällt. ;)

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worc:

Ergänzung
Habe gerade festgestellt, dass bei der Übertragung einige Wörter meines vorherigen Kommentars verlorengegangen sind und dadurch der Sinn des 4. Absatzes etwas gelitten hat. Hier der Absatz nochmal komplett:

Konkret benötigte ich die IP-Adressen der registrierten Endgeräte. Weder bei den rechts anzuklickenden Möglichkeiten, insbesondere bei dem Button „meine Telefone“, noch bei dem Button „Einstellungen“in der oberen Menüzeile war die gesuchte Information zu finden, so wie ich es vom alten Design gewohnt war. Auch andere Informationen, die das alte Design hergab, waren nicht mehr aufzufinden. Stattdessen nahm eine übergroße Liste der Telefonate überflüssigerweise den meisten Platz der Webseite ein.

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Wolf:

Hi Ralf,
kannst du kurz erläutern, worauf Du dich genau beziehst? Geht es um die Pattern Library oder eine bestimmte Seite?

Viele Grüße
Wolf

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Wolf:

Hi Worc,

vielen Dank für Dein Feedback. Auch, wenn Dein Eindruck gerade ein Anderer ist, nehmen wir Benutzerfreundlichkeit und gutes Design sehr ernst. Wir stehen mit dem Redesign noch am Anfang und hoffen, dass du uns noch ein bisschen Zeit gibst, das Produkt schrittweise zu verbessern.

Viele Grüße
Tobi

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worc:

Hallo Tobi Wolf,

dass ein gutes Redesign Zeit benötigt, ist ja durchaus verständlich. Aber dass eine für den Nutzer überraschende und nicht zu beeinflussende Umstellung erfolgt, noch bevor die Entwicklung auch nur annähernd ausgereift ist, ist mir völlig unverständlich. Als Benutzer fühlt man sich total überfahren, wenn ein funktionierendes System durch ein experimentelles ersetzt wird, bei dem wichtige Dinge, wenn vielleicht auch nur vorübergehend, nicht mehr vorhanden sind. Das ist alles andere als benutzerfreundlich und zeugt nicht von einer professionellen Vorgehensweise. Ein so verursachter Imageschaden ist nicht zu unterschätzen.

Meine dringende Empfehlung:
Begrenzt den angerichteten Schaden und stellt die betroffenen Benutzer schleunigst wieder auf die alte Version zurück. Ich hoffe doch, dass Ihr wenigstens intern das alte System parallel voll weiterlaufen lässt, und dass eine Umstellung zurück keine Schwierigkeit darstellen sollte. Aber testet auch das bitte vorher. Dann nehmt euch die nötige Zeit, um die volle Funktionalität des bisherigen Systems im neuen zu integrieren, testet das eingehend im Haus und bietet dann dem Benutzer an, das neue System über einen längeren Zeitraum parallel zum alten zu testen und Feedback zu geben. Erst wenn Ihr die dann vermutlich immer noch auftauchenden restlichen Kritikpunkte eingehend bereinigt habt, könnt Ihr daran denken, alle Benutzer endgültig umzustellen. Nur so kann eine Umstellung vernünftig und ohne zuviel Stress und Enttäuschung für alle Beteiligten ablaufen. Und danach bei jeder weiteren Ergänzung daran denken, vorherige Funktionen und Möglichkeiten zu erhalten und nicht einfach mal so wegfallen zu lassen.

Wer glaubt, bei einer soliden Projektentwicklung wichtige Phasen einfach überspringen zu können, macht sich selbst was vor. Und danach siehts im Moment leider aus.

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Wolf:

Hi Worc,

wir möchten im Zuge des Redesigns auch das Interface vereinfachen und selten genutzte Funktionen auf den Prüfstand stellen. Das machen wir natürlich nicht kopflos, sondern u.a. angeregt durch Nutzerfeedback. Ich bin an der Produktentwicklung von sipgate basic nicht beteiligt, hab dein Feedback aber an das Produktteam weitergegeben. Eins kann ich trotzdem mit Sicherheit sagen: Auf die alte Version zurückrollen werden wir auf keinen Fall. Stattdessen wollen wir aus Feedback lernen und das Produkt iterativ besser machen. Du hilfst uns dabei.

Danke und Gruß,
Tobi

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worc:

Hallo Tobi,

ich helfe ja gerne, wo ich kann ;). Wenn ich vorschlage, auf das alte Design zurückzugehen, dann ist das nicht unbedingt dauerhaft gemeint, sondern nur wenigstens so lange, bis das neue Design wirklich brauchbar ist und die alten Funktionen auch im neuen Design zur Verfügung stehen.

Es geht einfach nicht, wichtige Dinge sang- und klanglos komplett verschwinden zu lassen. Vorübergehend zum Anschauen des Layouts ist das ja o.k., aber im Live-Betrieb ist das für den Benutzer eine Zumutung, wenn er als ß-Tester zwangsverpflichtet wird und keine Möglichkeit mehr hat, auf benötigte Information und Funktionen zugreifen zu können. Auch wenn bestimmte Funktionen vielleicht selten benutzt werden, so können sie in bestimmten Situationen dennoch wichtig sein. Überlasst die Entscheidung darüber, was wichtig ist und was nicht, doch dem Benutzer. Ihr könnt ja gerne ein neues Layout mit abgespeckter Information entwickeln, wenn Ihr der Meinung seid, das dies notwendig sei. Dann fügt halt einen Menüpunkt „für Experten“ (oder so) ein, der die bisherigen Informationen und Funktionen des alten Designs zugänglich macht. Mir persönlich ist das alte Design gerade gut genug, auch wenn es nicht unbedingt der Knaller ist. Von mir aus könnte es gerne bleiben.

Viel wichtiger als das Layout ist für mich die Funktionalität. Und hier müsst Ihr schleunigst die Lücken schließen. Hierzu sind detailierte Kritikpunkte vielfältiger Art in einem anderen eurer Blogs (http://www.sipgateblog.de/willkommen-im-jahr-2015-sipgate-basic/) nachzulesen, aber das ist ja sicher bekannt. Es wäre schön, wenn dort mal wieder jemand von Sipgate antworten würde. Aber bitte nicht mit leeren Allgemeinaussagen;), sondern vielleicht mit so etwas wie einem Plan, wie und wann man denn das angerichtete Chaos zu bereinigen gedenkt.

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