Ganeti, Community und die Chemnitzer Linux Tage 2018

Rudolph
13.03.2018 1 2:23 min

Am vergangenen Wochenende war es wieder soweit: Zeit für die Chemnitzer Linux Tage! Mit 3400 Besuchern, rund 90 Vorträgen und zusätzlichen Workshops ist das eine mehr als ernstzunehmende Veranstaltung. Das erkennt man auch daran, dass die CLT in diesem Jahr ihr zwanzigstes Jubiläum feiern durften – an dieser Stelle auch von uns herzlichen Glückwunsch zu diesem Meilenstein! Während sich andere Formate wie der LinuxTag leider auf lange Sicht nicht halten konnten, erfreuen sich die Linux Tage in Chemnitz an ungebrochenem Zulauf.

Die Vorträge waren in diesem Jahr wieder von gewohnt guter Qualität und für jeden war etwas dabei. Eine Übersicht (und – soweit schon verfügbar – Links zu den Folien und Audio- oder Video-Aufzeichnungen) gibt es hier.

Ganeti

Wie in diesem Blogpost beschrieben, setzen wir seit einiger Zeit auf Ganeti als Virtualisierungslösung. Da es um dieses Projekt seitens Google relativ ruhig geworden ist, waren wir umso positiver überrascht, dass es Ansätze gibt, das Projekt durch die Community weiter voranzutreiben (und falls nötig zu forken). In diesem sehr gut besuchten Vortrag hat Sascha Lucas die grundsätzliche Funktionalität von Ganeti erklärt und ist vor allem aber auf den aktuellen Stand der Dinge und die mögliche Zukunft des Projektes eingegangen. Ebenfalls überrascht hat uns, dass das Projekt doch eine recht große Nutzerbasis hat und wir möchten uns gerne aktiv in das Vorhaben einbringen, Ganeti weiterzuentwickeln. Nach einer längeren Release-Pause steht nun auch die Version 2.16 in den Startlöchern und wir sind gespannt, was die Zukunft noch bringt.

Apropos Community – dieser Talk von Kerstin Mende-Stief passt natürlich sehr gut zum Thema. Wie baue ich eine Community auf? Was sollte ich besser nicht machen? Und was macht überhaupt eine Community aus? Sehr empfehlenswert!

Ganeti Control Center

Wer die Shell liebt, wird mit der Bedienung von Ganeti schnell warm. Für alle anderen haben wir ein einfaches Web Frontend rund um die RAPI genannte Ganeti REST API geschrieben und benutzen es auch intern. Etwas “auf Github werfen” ist natürlich nur die halbe Miete und damit kann das noch längst nicht jeder auch einfach benutzen. In den kommenden Wochen werden wir hier ein wenig Pflege betreiben, damit auch andere davon leichter profitieren können. Außerdem muss wohl ein neuer Name her. Ganeti Control Center alias “gcc” war vielleicht nicht die beste Wahl :-)

Fazit

In Ganeti steckt noch (Community-)Leben und wir wollen Teil dieser Community sein. Erster Schritt: Wir hosten dieses Jahr die Mini GanetiCon bei uns in Düsseldorf. Datum steht noch nicht fest, stay tuned!

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17 Kommentare


Werner:

Ich finde es gut, dass ihr das veröffentlicht habt. Einmal um zu verdeutlichen, warum ihr nicht vom Ausfall des E-Plus Netzes betroffen seid und ihr damit auf Euer eigenes Core Netz hinweist. und dass ihr lediglich die Masten von E-Plus (und Telefonica ?) nutzt. Zudem ist schön erklärt wie das in Eurem Core Netz technisch abläuft. Läüft jede Mobilfunk Zusammenschaltung in Deutschland immer über die Telekom, egal welche deutschen Mobilfunknetze betroffen sind? Haben die deutschen Mobilfunknetze dafür T-Systems beauftragt? Oder hat die Oma eine Anschluß bei der Telekom? Das ist sicherlich nicht nur mir nicht klar. Ich bin sicherlich nicht der einzige der erfreut wäre, wenn ihr auch diesen Punkt in der oben genannten Zeichnung uns nicht Fachleuten erklären würden.
Vielen Dank im Voraus.

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Jonas:

Die Fragen von Werner finde ich auch sehr interessant. Bitte beantworten:)

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Klaus:

Also unser Sipgate-Anschluss war den ganzen Tag gestört, keine Telefonie möglich.

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Sebastian:

Hallo Werner und Jonas,
gerne doch. Einen Interconnect mit der Telekom sollte in Deutschland jeder Netzbetreiber haben, weil dies den Einstieg erleichtert, da die Telekom mit allen anderen Netzbetreibern verbunden ist und somit den Austausch von Gesprächen mit jedem Teilnehmer ermöglichen kann. Weitere Interconnects können Netzbetreiber nach Bedarf direkt untereinander aufbauen. Wir haben mit ein paar anderen Netzbetreibern aus strategischen Gründen auch direkte Zusammenschaltungen, jedoch im Moment keine mit den anderen Mobilfunkanbietern. Zwischen O2 und Vodafone wird es aufgrund der Masse an Gesprächen sicherlich direkte Verbindungen geben, für uns wäre das derzeit aber mehr Verwaltungsaufwand als dass es Nutzen bringen würde.

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Peter Maier:

Wo liegt denn jetzt genau der generelle Vorteil? Hat E-Plus sein Core-Netz schlechter gegen Ausfall gesichert als Sipgate? Ich als Kunde bin doch in jedem Fall von der Funktion meines Core-Netzes abhängig, egal ob dieses von E-Plus, Sipgate oder Provider XYZ betrieben wird… von daher verstehe ich nicht, wo der „Vorteil des eigenen Core-Netzes“ liegen solll.
Im Gegenteil kann ich mir vorstellen, dass für die Anbindung eines MVNO in der Regeln mehr Schritte/Technik zum Einsatz kommt gegenüber der Anbindung direkt beim jeweiligen Mobilfunkbetrieber/Netz. Mehr Schritte/Technik bedeuten in der Regel auch mehr Ausfallwahrscheinlichkeit und nicht weniger.

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Sebastian:

Der generelle Vorteil liegt darin, dass wir unsere eigene Technik betreuen und an unsere Anforderungen schnell anpassen können. Nur so können wir die Mobilfunktelefonie in unsere sipgate team Telefonanlage integrieren wie wir es wollen. Dabei betreiben wir wie bei all unseren Produkten unsere selbstgeschriebenen Lösungen statt Black Boxes einzukaufen. Das macht uns wahrscheinlich zum flexibelsten Mobilfunkanbieter Deutschlands. Und wir können deutlich schneller auf Probleme reagieren als das mit gekauften Lösungen möglich wäre.
Bei Ausfällen wie dem vom letzten Donnerstag im Speziellen lag der Vorteil natürlich darin, dass wir nur wenige Komponenten bei Telefonica mitbenutzen und wir somit je nachdem wo gerade ein Dienst ausfällt nicht immer betroffen sind. Natürlich passieren auch in unserem Core-Netz hin und wieder Fehler, aber wir können darauf selbst reagieren statt auf andere zu warten.

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Matthias:

Sehr gut, aber das wirft bei mir eigentlich mehr Fragen auf als es beantwortet. Wie das mit den Interconnects aussieht, kann ich mir glaub ich noch irgendwie vorstellen. Wird ja sicher beim Festnetz ähnlich so sein.

Aber wie ist es überhaupt möglich, ein eigenes Core-Netz zu betreiben? Macht E-Plus das freiwillig, oder gibt es da Regulierungen für die Konkurrenz? Wo ist denn die Schnittstelle zum Core-Netz? Habt ihr einen Port bekommen, wo sich direkt eine Basisstation meldet und die Verbindung herstellt? Oder sind eure Sim-Karten bei E-Plus getagt und die Anfragen dazu werden an euch geforwardet? Wäre es theoretisch mit eine Simquadrat-Sim möglich an der selben BTS mehr Bandbreite zu erhalten (wenn angenommen z.B. die E-Plus Backbone „voll“ ist)? Oder vielleicht öffentliche IP-Adressen ? IPv6 ? Arbeitet Ihr so weit unten, dass Ihr das theoretisch umsetzen könntet ? Das würde mich mal interessieren =).

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Thomas:

@Matthias:
Netzzusammenschaltungen werden nicht an Basisstationen gemacht, sondern zwischen den sog. Vermittlungsstellen.

Die Vermittlungsstellen schalten eine Verbindung zwischen zwei Telefonteilnehmern zusammen. Sitzt der zweite Teilnehmer dann eben im Festnetz, wir das Gespräch an definierten Übergabepunkte aus dem Mobilfunknetz raus in das Festnetz übergeben. Das sind die Interconnection-Points.
Der umgekehrte Weg, als vom Festnetz ins Mobilfunknetz läuft genauso ab.

Zu welchem Mobilfunkanbieter ein Gespräch geschaltet wird, „weiss“ das Telefonnetz aufgrund der Vorwahl und bei portirten Rufnummern durch eine Abfrage der sog. zMRDB ( zentrale Master Routing Datenbank ). In der zMRDB sind alle Mobilfunknummern gespeichert, die mal zu einem anderen Netzbetreiber portiert wurden. Also z.b. eine 0171er Nummer, die nun bei E+/O2 im Netz ist. Diese zMRDB wird von der Telekon, genauer von T-Systems für alle Netzbetreiber betrieben.

Sorry, ist technisch, aber Mobilfunknetze sind mittlerweile sehr komplex und leider nicht „untechnisch“ erklärbar.

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Sebastian:

Hallo Matthias, soweit ich weiß gibt es keine Regulierungen für Core-Netze (bzw. MVNOs, virtuelle Netzbetreiber). Das kann jeder Netzbetreiber selbst entscheiden, ob und wieviele MVNOs er in sein Netz lassen möchte. Man muss auch noch zwei Arten von MVNO unterscheiden. Die meisten Angebote (Aldi Talk, simyo, BildMobil) benutzen die komplette Technik der entsprechenden Netze mit und sind dementsprechend auch auf die Mitarbeit des Netzbetreibers angewiesen – man könnte sie auch als Reseller bezeichnen, fürs Marketing klingt MVNO natürlich sexier. Einen „Full MVNO“, wie wir es sind, gibt es in Deutschland nur sehr selten, neben uns höchstens noch eine Hand voll. Wir haben lange nach einem Partner für unser Angebot gesucht, haben in alle Richtungen lieb mit den Augen geklimpert und irgendwann hat E-Plus uns dann die Zusage gegeben. ;)
Technisch haben wir eine Anbindung mit Telefonica, die eigentlich sogar ziemlich ähnlich zu einem normalen Interconnect aussieht, allerdings übertragen wir da zum Großteil andere Daten darüber. Telefonica kennt unsere SIM-Karten und unsere Nummernbereiche und schickt uns einfach alles von den Funktürmen oder von außen weiter, was für uns bestimmt ist. Somit „belästigt“ die Kommunikation unserer SIM-Karten die meisten Systeme von Telefonica nicht.
Beim Datenverkehr gibt es die Möglichkeit, die Geschwindigkeit pro SIM zu begrenzen. Wenn das Telefonica für ihre eigenen SIMs tun würde, hätte das für uns nicht zwingend Auswirkungen. Von einem Netzengpass im Telefonica-Backbone wären wir nicht betroffen, aber wenn irgendwas voll ist, dann wohl eher die BTS als der Backbone. Bei der Vergabe der IP-Adressen haben wir tatsächlich (relativ) freie Hand, feste IPs wären denkbar. Für IPv6 müssten wir wohl auf beiden Seiten der Anbindung noch Anpassungen vornehmen.

Übrigens, falls jemand darüber mit uns persönlich sprechen möchte, wir könnten das auch beim Mittagessen tun. Dafür bitte hier entlang: http://lunch.sipgate.de

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Sebastian:

Also ich habe jetzt mal ein paar Fragen. Finde das alles sehr interessant.

Ihr seit ein echter Full MVNO, wie seinerzeit Quam und Vistream oder? Drillisch jedoch ist ein MBA MVNO und kann zu einem echten Full MVNO oder sogar Netzbetreiber werden.

Nun die Frage, wer hat hier die besseren Positionen? Der MBA MVNO oder der Full MVNO???

Zudem würde ich gerne wissen ob es dann möglich wäre zu sagen ok ich mache einen eigenen Service Provider auf und möchte Veträge verkaufen die auf dem sipgate wireless Netz laufen. Ist dass möglich?

Und ich würde so gerne wissen, wie viel Mobilfunkkunden Sipgate hat.

Ich hoffe auf eine Antwort :-)

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Markus:

Hallo Sebastian, vielen Dank für deinen Post. Hast Du Lust mal vorbeizukommen zum Essen http://lunch.sipgate.de,
dann können wir bei den Themen mal in die Tiefe gehen.

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Florian:

Uns wieso hatte ich dann den ganzen Tag kein Netz mit meiner Sipgate Nummer ? Hoffe und bitte um Antwort.

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Sebastian:

Hallo Florian, „kein Netz“ war bei dem Ausfall vom Freitag laut Teltarif kein bekanntes Symptom. Insofern muss da ein anderer Fehler vorgelegen haben. Telefonica baut derzeit jede Woche in verschiedenen Bereichen Funkzellen um, in der Zeit der Arbeiten kann es zu Einschränkungen kommen. Bei Netzstörungen ist es leider sehr schwer, im Nachhinein Fehler und die Ursachen zu lokalisieren. Ich gehe mal davon aus, dass es jetzt wieder funktioniert. Falls nicht, wende Dich doch bitte an unsere Kundenbetreuung.

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Sebastian:

Wohne zu weit weg leider für eine Lunch… Hoffe noch auf Antwort meiner Fragen hier… ;-)

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Sebastian:

Hey ich warte immernoch auf Antwort. Ihr könnt mir auch gerne via Email antworten. Sie meine Fragen vom 26.04.2016. Danke…

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Sipologe:

Hier zeitnah zu antworten ist nicht so die Stärke von Sipgate. Wäre nicht so schlimm, wenn man die Kommentare zu einem Beitrag abonnieren könnte oder alle Kommentare per RSS-Feed abonnieren könnte … So kommt die Antwort vielleicht erst dann, wenn man nicht mehr guckt.

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Schwarm Klaus Peter:

ich kann nicht mehr telefonieren. woran liegt es. ich bin aus Kostanz

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