Mehr Platz für größere Wellen

Steffen
30.06.2021 2 2:37 min

Dem 3G-Netz geht es an den Kragen. Ab Anfang Juli und dann peu à peu wird die antiquierte UMTS-Technologie im Netz unseres Mobilfunkpartners O2/Telefónica bis Ende des Jahres zu Grabe getragen. Den Anfang machen Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Und schon ab August und dann bis Ende September stehen NRW-Großstädte wie zum Beispiel Düsseldorf, Köln und Essen im Fokus. Bis Herbst funkt Telefónica deutschlandweit zu zwei Dritteln ganz auf 4G. Zum Ende des Jahres soll der Umzug in höhere Techniksphären dann vollbracht sein.

Behördliche Pistole auf der Brust

Warum das Ganze? Weil die Kapazitäten benötigt werden. Aktuell stockt der Verkehr auf den deutschen Daten-Schnellstraßen ein wenig. Die Bundesnetzagentur hat den Netzbetreibern die behördliche Pistole auf die Brust gesetzt. Bis zum Ende des Jahres 2022 muss das bisher eher im trägen Weißwasser surfende Deutschland in Sachen Datengeschwindigkeit in die Puschen gekommen sein. Das erklärte Ziel: 98 Prozent der Haushalte auf deutschem Boden sollen dann mit mindestens 100 Megabit pro Sekunde die größeren Wellen reiten können.

Also muss Platz geschaffen und der vorhandene Raum optimal genutzt werden. Aus 3G- sollen noch mehr LTE-/4G- und in der Folge dann auch verbreitet 5G-Standorte werden. Dafür werden Frequenzkapazitäten benötigt und nun durch die Abschaltung geschaffen. Dazu kommt, dass die 3G-Technik ohnehin obsolet ist, weil ihr der schnellere und weiter verbreitete LTE-Standard nicht erst seit gestern ziemlich eindeutig den Rang abgelaufen hat.

Technologie-Sprung auch nutzen

Doch, liebe Leser:innen, die Überholspur in Sachen Surfgeschwindigkeit bringt wenig, wenn eure Hardware nicht auf einem einigermaßen aktuellen Stand ist. Leider sind ältere Mobiltelefone, die nicht LTE-fähig sind, hier im Nachteil. Für sie wird sich der Netzempfang im Zuge der Umstellung verschlechtern. Wer sich da nicht sicher ist, findet die Informationen dazu in der verwendeten Software. Oder einfach mal drauf achten, ob ihr auf eurem Display noch nie „4G“, „LTE“ oder „LTE+“ stehen hattet.

Weißwasser oder Welle?

Wenn dem so ist, wird euch vermutlich nicht viel Anderes übrig bleiben, als euch ein neues Handy anzuschaffen. Denn durch den Wegfall von 3G steht euch dann nur noch der 2G-Standard zur Verfügung. Das 2G-Netz ist aber in erster Linie fürs Telefonieren und den Versand von SMS da und soll die Grundversorgung der Kundschaft garantieren. Die Nutzung mobiler Daten wird mit den alten Knochen im langsamen 2G-Standard dann nur noch sehr schleppend funktionieren. Doch bei allem Ärger über die eventuell anstehende Neuanschaffung: Man sollte nicht vergessen, dass es für ganz viele Menschen wichtig ist, flächendeckend schnelles Internet zur Verfügung zu haben. Und: Wer einmal verlässlich und über weite Strecken die LTE-Wellen da draußen gesurft hat, der will gar nicht mehr zurück ins behäbig vor sich hin blubbernde und schäumende Weißwasser – versprochen!

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2 Kommentare


Michael Nowack:

Und ab wann kann man endlich auch bei sipgate über 4G telefonieren?

antworten

    steffen:

    Wir sind natürlich dran. Sobald wir da einen klaren Zeitplan haben, geben wir Bescheid.

    antworten

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