Veröffentlicht am

17 June 2026

Warum wir in eigene KI investieren

sipgate investiert weiterhin stark in eigene KI. Nicht erst seit dem Anthropic-Fiasko ist klar, dass dies der einzig gangbare Weg für uns ist.

Steffen

0 Min. Lesezeit
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Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Erst vor wenigen Tagen hatte sich Anthropic-Chef Dario Amodei dafür ausgesprochen, die US-Regierung solle doch potenziell gefährliche KI-Software blockieren lassen. Dass das Ganze zu einem Hochgeschwindigkeits-Bumerang werden würde, war ihm da aber wohl nicht ganz bewusst. Wurde es aber. Denn vergangenen Freitag ließen die Regierungsbehörden die Bombe platzen und verkündeten, dass allen nicht US-Amerikanern – inklusive der eigenen ausländischen Mitarbeitenden – der Zugang zu den beiden aktuellen Anthropic-Top-KI-Modellen Fable 5 und Mythos 5 entzogen werden solle. Das Ganze kam komplett ohne Vorwarnung, ohne klare und transparente Verfahren, ohne die Nennung von technischen Fakten. Washington machte Sicherheitsbedenken geltend. Die aktuellen Modelle könnten dafür eingesetzt werden, Sicherheitslücken im Bereich Cyber-Security zu umgehen. 

Zeit, den Weg zu korrigieren

Für uns als Tech-Firma, die früh auf den KI-Zug aufgesprungen ist, bestätigt diese Geschichte unseren aktuellen Kurs: Wir investieren mehr denn je in unsere eigene, europäische KI. Wir sind bereits seit fast zehn Jahren am Thema Künstliche Intelligenz dran. Das tun wir aus vielen Gründen und in den meisten Fällen auf eigener Hardware. “Aber klar, als die US-LLMs kamen, sind wir auf den Zug aufgesprungen. Um den Anschluss nicht zu verlieren”, erzählt sipgate Product Lead Stefan Lange-Hegermann. Das sei zur damaligen Zeit der richtige Schritt gewesen, so Stefan. “Aber eben auch einer, den wir korrigieren.”

Datenschutz und Unabhängigkeit

Wir nehmen bei sipgate eine siebenstellige Summe in die Hand, um in eigene KI zu investieren. Der wichtigste Grund: Nur so können wir europäischen Datenschutz umsetzen. Grund zwei: Unabhängigkeit. Der Akt um Fable 5 und Mythos 5 hat einmal mehr gezeigt, wie fragil und vollkommen unberechenbar das KI-Konstrukt auf der anderen Seite des Atlantiks ist. Stefan Lange-Hegermann: “Wir wollen einfach sicher sein, dass man uns nicht den Stecker zieht und wir abgehängt werden.” Die Vorgänge der vergangenen Woche haben erneut bewiesen: Jede Anwendung, die auf US-Modellen aufsetzt, kann jederzeit und vollkommen willkürlich gestoppt werden.

"Selbst bauen, selbst investieren, europäisch bleiben"

Dafür braucht es noch nicht einmal zwingend eine Anordnung aus der Trump-Administration. “Denn ganz oft verlieren wir in Europa wichtige Technologie, weil vielversprechende europäische Unternehmen in die USA verkauft werden und dann natürlich den Spielregeln eines US-Konzerns folgen”, hat Stefan in den vergangenen Jahren beobachtet. Um diesen Prozessen entgegenzuwirken, sieht er die Europäische Union und die europäischen Unternehmen gleichermaßen in der Pflicht: “Souveränität entsteht nicht durch Förderprogramme allein, sondern dadurch, dass wir selbst bauen, selbst investieren und europäisch bleiben."

Dieser Blogartikel ist Teil einer Reihe von Artikeln, die im Kontext unseres AI-Festivals entstanden sind. Das sipgate AI-Festival findet seit 2026 viermal im Jahr statt, einmal pro Quartal, und dauert jeweils eine komplette Woche. Neben Workshops, Vorträgen und Diskussionsrunden mit externen Gästen gibt es dedizierte Zeiten für Teams und Fachbereiche sowie einen gemeinsamen strategischen Ausblick auf kommende Unternehmungen. Das Festival richtet sich noch ausschließlich an alle Mitarbeitenden bei sipgate. Weitere Artikel zum Festival findest du hier im Blog.

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