sipgate und NFON
Ein direkter Vergleich – die wichtigsten Unterschiede in den einzelnen Kategorien, kurz und kompakt aufgeführt.

Anbieterportraits
Ein kurzer Blick in die Firmenhistorien der beiden Anbieter.
sipgate wurde 2004 in Düsseldorf gegründet und gehört damit zu den Pionieren der VoIP-Telefonie in Deutschland. Das Unternehmen hat sich über die Jahre konsequent auf Business-Telefonie fokussiert und wird heute von über 40.000 Unternehmen genutzt.
Mit sipgate.ai betreibt sipgate seit 2025 auch eine eigenständige Plattform für KI-basierte Sprachautomatisierung.
NFON wurde 2007 in München gegründet und ist als börsennotierte AG heute in 15 europäischen Ländern aktiv. Ihr Kernprodukt heißt Cloudya – eine Cloud-PBX-Lösung, die primär über ein Netzwerk zertifizierter Reseller-Partner vertrieben wird.
Mit der Übernahme des KI-Spezialisten Botario 2024 hat NFON den KI-Ausbau seiner Plattform beschleunigt.
Preise
Die jeweilige Preisstruktur in einer ersten Übersicht.
Die sipgate Tarife beginnen bei 12,95 € pro Nutzer und Monat (business S, ohne Sprachflatrate), 17,95 € mit deutscher Allnet-Flat (business L) und 22,95 € mit EU-Flat (business XL). Mindestens zwei Nutzer sind erforderlich. Alle Verträge sind monatlich kündbar.
NFON kommuniziert keine öffentlichen Listenpreise. Interessenten erhalten Konditionen ausschließlich auf Anfrage über den Vertrieb oder einen Partner. Drittquellen nennen Richtwerte ab ca. 8–9 € pro Seat und Monat, Flatrates und Add-ons werden separat bepreist.
Einrichtung & Onboarding
Was die Einrichtung bei beiden Anbietern bedeutet und worauf man sich einstellen sollte.
sipgate ist konsequent auf komfortablen Self-Service ausgelegt. Neue Nutzer können die Telefonanlage komplett online einrichten, ohne Hardware, ohne Techniker, ohne externen Dienstleister. Wer trotzdem Unterstützung möchte, findet diese beim sipgate Support oder bei zertifizierten Partnern aus dem sipgate Netzwerk.
Wer die KI-Agents von sipgate.ai nutzen möchte, hat die Wahl: einfacher Self-Service-Zugang oder begleitetes Onboarding mit einem Solution Consultant inklusive vierwöchiger Optimierungsphase nach Go-Live.
NFON vertreibt primär über den Partnerkanal, das hat Konsequenzen für Direktkunden. Wer keinen Reseller im Rücken hat, ist beim Onboarding weitgehend auf sich allein gestellt.
Tiefere Einblicke in die Plattform sind laut Nutzern meist nur über eigene Recherche oder kostenpflichtige Zertifizierungen zu erlangen. Für komplexere Set-ups ist ein externer Dienstleister fast Pflicht.
Funktionsumfang
Die wichtigsten Funktionen beider Anbieter im Vergleich.
sipgate stellt als Cloud-Telefonanlage über 150 Funktionen bereit, die den gesamten Arbeitsalltag abdecken. Rufweiterleitungen, Anrufgruppen, IVR-Menüs, Voicemail und zeitbasiertes Routing gehören ebenso zum Standard wie HD-Telefonie und ein integriertes Fax. Die Anlage lässt sich über Browser, Desktop-App oder Mobilgerät bedienen, wobei jede Nebenstelle unabhängig vom Endgerät den vollen Funktionsumfang behält.
Für Teams relevant: sipgate Channels bündeln Gesprächsinhalte und Aufgaben teamweise an einem Ort, während das Routing über eine visuelle Oberfläche intuitiv konfigurierbar bleibt.
sipgate hebt sich mit einer Besonderheit ab, die kein direkter Mitbewerber in dieser Klasse bietet: der nativen Integration von Mobilfunk. SIM- und eSIM-Karten lassen sich direkt ins Telefonkonto einbinden, sodass Mitarbeitende unter einer einzigen Nummer erreichbar sind, egal ob am Schreibtisch oder unterwegs.
NFON bringt mit Cloudya ebenfalls über 150 Funktionen mit, die sich am klassischen PBX-Funktionsumfang orientieren und diesen konsequent in die Cloud überführen. Neben Standardfeatures wie Rufumleitung, Warteschlangen, Konferenzschaltungen und Voicemail bietet Cloudya eine Softphone-Pro-Lösung, die sich gezielt an Empfangs- und Assistenzteams mit hohem Anrufaufkommen richtet. Ein Contact-Center existiert, ist aber ein separates Produkt mit einer eigenen Preislogik. Dazu fehlt hier eine nahtlose Integration in die Basistelefonanlage.
KI-Funktionen
Welche KI-Funktionen werden jeweils geboten und was bedeutet das in der Praxis.
sipgate bietet in seiner App Anruftranskription, Themenanalyse und Gesprächszusammenfassungen. Darüber hinaus betreibt sipgate mit sipgate.ai eine eigenständige Plattform für KI-Agents: Diese Agents übernehmen eingehende Anrufe vollständig autonom, greifen in Echtzeit auf CRM- und ERP-Daten zu, erstellen Tickets, buchen Termine und stoßen Automatisierungen an.
Besonderheit: Die AI Agents funktionieren telefonanlagenunabhängig, also auch mit NFON, 3CX oder anderen Systemen. Die Preise sind öffentlich einsehbar und starten bei 0,39 € pro Minute (flexibel) bzw. ab 0,18 € pro Minute in Minutenpaketen.
NFON hat mit der Übernahme von Botario und der Strategie „NFON Next 2027" einen ambitionierten KI‑Fahrplan. Zu den verfügbaren Features zählen AI Essentials (Voicemail-Transkription, Anrufzusammenfassungen, Action Items), der KI-Assistent Nia sowie Nia FrontDesk – ein virtueller Inbound-Agent für 24/7‑Erreichbarkeit. Hinzu kommen Chat- und Voicebots ohne Programmierkenntnisse.
Preise für KI-Features werden nicht öffentlich kommuniziert; sie sind in die neue vierstufige Lizenzstruktur (Starter / Standard / Advanced / Ultimate) integriert.
Integrationen
Ein erster Überblick zu möglichen Anbindungen weiterer Software.
sipgate integriert über seine App neben einer Vielzahl anderer Software auch HubSpot, Salesforce, Pipedrive und Zoho (ab App Premium) sowie MS Teams. Über die sipgate REST-API und Push-API lassen sich eigene Integrationen bauen.
Die KI-Agents von sipgate.ai verbinden sich direkt mit CRM, ERP, Helpdesk, Kalender und Ticketsystemen.
NFON sticht bei der Breite der CRM-Anbindungen hervor: CRM Connect unterstützt über 300 Plattformen mit Caller-ID, Click-to-Dial und automatischem Call-Logging. Für Tischtelefone bietet NCTI (Standard / Premium / Pro) tiefe CTI-Integration mit Outlook, Salesforce und weiteren Tools. Darüber hinaus sind SAP, DATEV, SAGE, Oracle und viele weitere Enterprise-Systeme angebunden.
Allerdings berichten Nutzer in der Praxis auch, dass viele Integrationen konfigurationsintensiv sind und technisches Vorwissen voraussetzen.
Infrastruktur & Datenschutz
Technische Infrastruktur, Serverstandorte und Datenschutzstandards im Vergleich.
sipgate betreibt seine Infrastruktur ausschließlich in Deutschland. Firmenstandort, Server und Rechenzentren befinden sich allesamt hierzulande, was die Einhaltung der DSGVO strukturell absichert. Für Ausfallsicherheit sorgt eine Redundanz über mehrere Rechenzentren mit hoher Sicherheitsstufe, ergänzt durch einen 24/7-Support im Störungsfall.
Benutzerkonten lassen sich per Zwei-Faktor-Authentifizierung absichern, sensible Gesprächsdaten verlassen zu keinem Zeitpunkt den deutschen Rechtsraum. Als gemeldetes Telekommunikationsunternehmen unterliegt sipgate den Pflichten des deutschen TKG, darunter Meldepflicht und Sicherheitskonzept gegenüber der Bundesnetzagentur.
NFON hostet seine Plattform ebenfalls in deutschen Rechenzentren und erfüllt damit die Anforderungen der DSGVO. Ferner hat sich NFON einer externen Prüfung unterzogen, die über das gesetzliche Mindestmaß hinausgeht: Das Unternehmen hält sowohl die ISO-27001-Zertifizierung für Informationssicherheit als auch das BSI-C5-Testat in Typ 1 und Typ 2. Letzteres bestätigt nicht nur die Implementierung von entsprechenden Sicherheitskontrollen, sondern deren nachgewiesenen Betrieb über einen definierten Zeitraum.
Mit einer georedundanten Architektur und einer garantierten Systemverfügbarkeit von 99,9 Prozent richtet sich NFON explizit an Unternehmen, für die Compliance und Ausfallsicherheit keine nachgelagerten Kriterien sind, sondern geschäftskritische Anforderungen.
Testphase
Ablauf, Zeitraum und Funktionalitäten der jeweiligen Testphasen.
sipgate bietet eine kostenlose 30-tägige Testphase direkt und ohne Vertriebskontakt: 50 Freiminuten ins deutsche Festnetz, 10 Minuten ins Mobilfunknetz, unbegrenzt eingehende Anrufe.
Für sipgate AI Agents startet nach der Konfiguration eine 7-tägige Testphase mit vollem Funktionsumfang.
NFON bietet Demos auf Anfrage über Vertrieb oder Partner; eine eigenständige Self-Service-Testphase ist nicht öffentlich kommuniziert.
Individuelle Angebote für große Unternehmen
Persönliche Betreuung & Premium Support
Nahtlose Integration in bestehende Systeme
AI-gestützte Funktionen für Ihre Teams
Maximale Sicherheit & perfekte Skalierbarkeit

Vor- und Nachteile im Überblick
sipgate ist eine gute Wahl für Unternehmen jeglicher Größe, die transparent kalkulieren wollen, unkompliziert in den Betrieb gehen möchten und Wert auf eine direkte Anbieterbeziehung legen.
Die Mobilfunk-Integration macht sipgate besonders interessant für Teams, die Festnetz und Mobile unter einem Dach vereinen wollen.
- Preise vollständig öffentlich und transparent
- Sofortiger Self-Service-Start, kein Techniker nötig
- Kostenlose Testphase ohne Vertriebskontakt
- Native Mobilfunk-Integration (SIM/eSIM) im Telefonkonto
- KI-Agents telefonanlagenunabhängig einsetzbar
- Direkter Support ohne Mittler
- Mindestens 2 Nutzer erforderlich
- Fokus auf Deutschland; internationale Skalierung eingeschränkt
Vor- und Nachteile im Überblick
NFON Cloudya passt besser zu Unternehmen, die eine begleitete Einführung bevorzugen, in mehreren europäischen Ländern agieren oder sehr große Strukturen abbilden müssen.
Wer ein breites Enterprise-Integrationsökosystem benötigt, ist bei NFON ebenfalls gut aufgehoben.
- Skalierbar bis 249.000 Nebenstellen
- In 15 europäischen Ländern verfügbar
- 300+ CRM-Plattformen über CRM Connect
- Explizites 99,9-%-Uptime-SLA
- Breites Enterprise-Integrationsökosystem (SAP, DATEV, Oracle u.v.m.)
- Ambitionierter KI-Fahrplan mit Nia, Nia FrontDesk und Voicebot
- Keine öffentlichen Preise; Angebot nur auf Anfrage
- Keine kostenlose Testphase ohne Vertriebsgespräch
- KI-Features teils noch im Roll-out
- Mobilfunk-Integration nicht verfügbar
- Einige Funktionen kosten extra (Contact Center, bestimmte Integrationen